1851

Das Bergwerk Bonifacius entsteht aus den Geviertfeldern Franziska, Christine und Bonifacius, welche unter dem Namen „Gewerkschaft Ver. Bonifacius“ mit oberbergamtlicher Bestätigung 1851 konsolidiert wurden.

1857-1859

Mit dem Abteufen des Schachtes I wird im Jahre 1857 begonnen. Der Schacht stand auf dem so genannten Bartlingshof, einem der 18 Höfe, von welchen die Gemeinde Kray, die damals 299 Einwohner zählte, gebildet wurde. 1859 werden die ersten Kohlen gefördert.

1863

Reguläre Fördermenge ca. 46.000 Tonnen bei 285 Beschäftigten.

1866

Auf der 2. Sohle ereignet sich ein Wassereinbruch, der die gesamte Grube bis 40 m unter der Hängebank zum Ersaufen bringt. Bonifacius liegt fast ein Jahr lang still.

1867

Nachdem die Zeche wasserfrei ist, kann die Förderung wieder aufgenommen werden. Jetzt steht auch endlich ein Anschluss an die Rheinische Eisenbahn zur Verfügung. Mit diesen verbesserten Transportbedingungen wird der Kohleabsatz spürbar erleichtert.

1872

In der Zeit des Gründerbooms geht das gewerkschaftlich betriebene Bergwerk in eine Aktiengesellschaft mit 6.000.000 Mark Stammkapital über. Im selben Jahr wird mit dem Abteufen von Schacht II begonnen.

1873

1873 beginnt der Bau von Arbeiterwohnungen.

Bis zur Jahrhundertwende erfolgt die Erweiterung des Grubenfeldes um die Grubenfelder Helmuth und Caspar Alexander.

1897-1899

1897 geht Schacht II von der 4. Sohle bis 97 m unter Tage zu Bruch. Bis der Schacht wieder in Betrieb genommen werden kann, vergehen eineinhalb Jahre. Kurz darauf, 1899, brennt der Malakowturm über Schacht I mit dem Wasserhaltungsgebäude bis auf die Umfassungsmauern nieder.

Die Reihe der Unglücke und Zwischenfälle ist der Anlass, die Zeche 1899 an die Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) zu verkaufen.

1900

Reguläre Fördermenge ca. 545.000 Tonnen bei 2087 Beschäftigten.

1899-1910

Mit der Übernahme von Bonifacius durch die GBAG beginnt ein betrieblicher Ausbau von bisher nicht gekanntem Umfang, und dadurch eine Zeit des Aufschwungs. Die großen Zechenkonzerne mit viel Kapital und großen Planungsbüros bieten gute Voraussetzungen, dem Anspruch, repräsentative Anlagen zu errichten, gerecht zu werden.

Sämtliche Übertageanlagen werden von dem Zechenbaumeister Bongard umfassend neu gestaltet. Moderne Werkstätten und eine Mannschaftskaue mit anschließenden Büroräumen werden errichtet.

Statt der alten Dampffördermaschine werden zwei elektrische Fördermaschinen installiert. Der abgebrannte Malakowturm wird durch ein stählernes Fördergerüst in Fachwerkbauweise ersetzt.

Im Grubenbetrieb erfolgt der Ersatz der Pferde durch Maschinen und der Wechsel von Dampf zu Elektrizität. Schacht I wird zu einem Schacht mit zwei Fördereinrichtungen umgebaut. Der Schacht wird bis auf 400 m abgeteuft.

Mit neuer Brikettfabrik, neuer Kokerei und Benzolfabrik wird der Umbau von 1910 bis 1913 vollendet.

1913-1926

1913 beträgt die reguläre Fördermenge etwas über 1 Million Tonnen bei ca. 3.400 Beschäftigten.

1924 sind bei einer Schlagwetterexplosion vier Todesopfer zu beklagen.

Bedingt durch den 1. Weltkrieg und die anschließende Krisenzeit geht 1926 ein Teil der GBAG, mit ihr auch das Bergwerk Bonifacius, in die Vereinigten Stahlwerke AG über. 

1928

Das Bergwerk Bonifacius verfügt über die Förder- und Seilfahrtschächte I u. II sowie die Wetterschächte III u. IV. Die Fördermenge beträgt ca. 962.000 Tonnen bei ca. 3.300 Beschäftigten.

1929

Ab 1929 erfolgt der stufenweise Ausbau der Hauptschachtanlage I/II zur zentralen Förderanlage. Fritz Schupp und Martin Kremmer übernehmen die Planung für die Modernisierung der Zeche.

Schacht II erhält statt des Malakowturmes ein Fördergerüst in Vollwandbauweise. Dieses Fördergerüst ermöglicht den Transport von mehr und größeren Förderwagen (jetzt ein Fassungsvermögen von 1t je Wagen) pro Seilfahrt.
Schacht II wird Förderschacht und Schacht I dient nur noch der Seilfahrt und Wetterführung.

1939

Die höchste Fördermenge erbrachte die Anlage 1939 mit über 1,25 Millionen Tonnen bei ca. 2.900 Beschäftigten.

1941

Bei einer Schlagwetterexplosion sind fünf Todesopfer zu beklagen.

1949-1960

Der Hauptwetterschacht V wird im Osten des Grubenfeldes (Grenze Bochum-Wattenscheid) abgeteuft. Dieser geht 1952 in Betrieb.
1960 liegt die Fördermenge wieder bei 1 Million Tonnen. Ca. 2.600 Menschen sind auf Bonifacius beschäftigt.

1966/1967

Die Kohlenkrise führt 1966 dazu, dass die Schachtanlage Bonifacius mit der Zeche Holland (Bochum-Wattenscheid) zu einem Verbundbergwerk vereinigt wird.
Danach wird Zeche Bonifacius 1967 stillgelegt

1974

Die Zeche Holland wird stillgelegt. Die Schächte bleiben zunächst offen. Das Baufeld kommt zu Zollverein.

1975

Dipl. Kfm. Werner Ebert beginnt mit dem Ankauf der Übertageanlagen des Bergwerks Bonifacius. Das ehemalige Kauengebäude wird umgebaut und als Sportanlage genutzt.

1985

Bonifacius wird unter Denkmalschutz gestellt.

1991-1992

Werner Ebert erwirbt fast sämtliche Aufbauten und Grundstücke der Anlage. 1992 verstirbt Werner Ebert nach schwerer Krankheit.

Die Erbengemeinschaft, unter der Geschäftsführung von Wolfgang Vergin, sichert den Willen von Werner Ebert, sein Lebenswerk, den Erhalt und die Weiterentwicklung der Zeche Bonifacius im Sinne neuer Nutzung, fortzuführen.

1992-1993

Das Fördergerüst von Schacht I wird mit erheblichen Mitteln restauriert.

1993

Die Sanierungsarbeiten an den Übertageanlagen werden weitergeführt. Die einzelnen Gebäude werden schrittweise neuen Nutzungen zugeführt und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

2014

Im Jahr 2014 übernimmt die Freiherr von Fürstenberg'sche Vermögensverwaltung die gesamte Anlage der Zeche Bonifacius. Die Erhaltung und Weiterentwicklung der Anlage bleibt auch in Zukunft das Anliegen der neuen Eigentümerin.

Quellen


"Die alten Zechen an der Ruhr"; Wilhelm und Gertrude Hermann
"Die Steinkohlenbergwerke der Vereinigte Stahlwerke A.G., Die Schachtanlage Bonifacius in Essen-Kray“; Dr. Ing. E.h. Knepper, Dr. Oberste-Brink, Dr. Haack
„Essener Zechen – Zeugnisse der Bergbaugeschichte“; Hg. Stadt Essen, Texte: Heinz Reif, Michael Winter